Ich habe ja meine liebe Mühe mit der Kommerzialisierung des Advents. Es wird ja immer über die besinnliche Zeit des Advents zitiert und als Massstab hochgehalten. In der christlichen Tradition war der Advent früher auch eine Zeit des Fastens und des Verzichts, als Vorbereitung auf Weihnachten. Davon sind wir unterdessen weit entfernt. Ich glaube, es würde uns guttun, im Advent unsere Aktivitäten zurückzufahren – ich weiss aber schon, dass das für die meisten nicht realistisch ist. Wir können uns also in den Kommerz, den Stress und die Erwartungen reinschmeissen und volle Kanne mitmachen. Gerade Kinder sind ja (bzw. können aufgrund ihrer kognitiven Entwicklung gar nicht) so reflektiert mit den Erwartungen, dem Vergleich mit den Freunden und dem Konsum umgehen. Ich finde es eine Herausforderung, die Kinder teilhaben zu lassen, Erfahrungen machen zu lassen, und gleichzeitig meinen Werten treu zu bleiben. Es ist auch keine gute Idee, ihnen alles vorzuenthalten, weil wir Erwachsenen es nicht gut finden. Es gibt viele Eltern, Gottis und Göttis, Tanten und Onkel und Grosseltern, denen geht es genauso. Sie möchten den Kindern einen Adventskalender schenken, aber nicht nur mit Plastik-Kleinkram (womöglich in Kinderarbeit oder von Arbeitssklaven hergestellt) oder Süssigkeiten (von denen es im Advent und auch sonst eh eher zuviel als zuwenig gibt), wollen aber auch nicht ein Vermögen ausgeben um 24 sinnvolle/nachhaltige/wertvolle Geschenke zusammenzubringen. Um euch da zu helfen, habe ich euch ein paar Ideen:
- Kostet nichts: Einen Youtubevideo-Adventskalender – sucht für jeden Tag ein Video raus, erstellt einen QR-Code aus dem Link und druckt ihn aus. Ihr könnt ihn hinter einem Türchen-Adventskalender verstecken, oder sonst wie verpacken. Oder natürlich jeden Tag den Link schicken, aber das ist recht aufwändig. Einfacher geht’s mit MyAdvent, wo ihr einen eigenen digitalen Adventskalender mit Bildern, Links, Texten, Audionachrichten, etc. erstellen könnt. (Eigene Videos, Audios und Musik ist kostenpflichtig, Youtube- und Vimeo-Links sind in der Gratisversion drin.)
- Legoset kaufen und mehrere Päckchen daraus machen
Am besten die Anleitung ausdrucken (die gibt’s online) und aufteilen, und dann die Legoteile dazu. - Geschichten-Kalender
Entweder selber eine (oder mehrere) Geschichte schreiben, oder einen entsprechenden Kalender kaufen. Es gibt die mit 24 einzelnen Geschichten, und die mit einer Geschichte mit 24 Kapiteln.
Oder ein Hörspiel-Geschichten-Kalender. - Sticker-Adventskalender
Die finde ich als Erwachsene auch toll, und habe ich mir den selber auch schon gekauft.
Dann gibt’s noch die Fensterbild-Kalender wie z.B. den hier. Da gibt’s jeden Tag einen Teil der Weihnachtsgeschichte. Dazu gibt’s ein Fensterbild, von dem die Kinder jeden Tag einen Teil wegnehmen können und unter dem ein neues Bild zum Vorschein kommt.
Von Création Baumann gibt’s einen Adventskalender aus Hafttextil. Jeden Tag kann kann ein weiteres Motiv auf die Scheibe geklebt werden. Bonus: Die Teile lassen sich wieder wegnehmen und im Jahr darauf wieder verwenden. Es gibt auch ein Set mit Häusern, mit insgesamt 32 Teilen. Da können die Kinder auch damit spielen und die Häuser immer wieder umkleben. - Bastel-Verbrauchsmaterial
Stifte, Klebeband, doppelseitiges Klebeband, Papier, Schere, Sticker, Leimstifte, Washi-Tape, … Alles, was kind aufbrauchen kann und das dann nicht ewig rumsteht (oder in einer Ecke landet) ist ein Win. Und auch Kinder haben gerne ihre eigenen Sachen, spezielle Stifte und so, die sie nicht teilen müssen. - Bärner Mamis hat auch eine Liste mit tollen Ideen, und weiter unten auf der Seite auch eine mit „Zeit statt Zeug“.
- Eine Weihnachtskrippe als Adventskalender – jeden Tag kommt ein Teil dazu. Das gibt’s von Playmobil (nur mit den Königen, ohne Hirten), oder als z.B. als Magnete.
- Der andere Advent für Kinder des Vereins Tecum; ein Kalender von 1. Advent bis zum 6. Januar, der jeden Tag einen Text, Witz, o.ä. hat.
- Wer Zeit hat: im Brocki findet man viele Spiele, Papeterieartikel und anderes, das sich als Adventskalendergeschenk eignet sehr günstig. Das braucht einfach genügend Zeit, mehrere Brockis und (wahrscheinlich) mehr als ein Brockibesuch.
Als Unterkategorie gibt es noch die Adventskalender, die Eltern mit ihren Kindern zusammen machen:
- Gemeinsames Basteln: Zum Beispiel zsuammen eine Kettenreaktionsmaschine in 24 Teilen bauen.
- 24 gute Taten – entweder selber aktiv werden, oder 24 Projekte unterstützen.
- Gemeinsam jeden Tag kurz innehalten, z.B. mit dem Kerzen-Adventskalender mit Inputs von fidea
Ich hoffe, die meine Ideen haben euch weitergeholfen. Ich freue mich über Kommentare, Rückmeldungen und weitere Ideen in den Kommentarfeldern!


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